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halloleipzig

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für alle entdecker, die ihr zuhause in der weite suchen & (hoffentlich) in sich finden.

so oft es der alltag zulässt, wann immer möglich zweiwöchentlich, gibt's hier auf halloleipzig neues zu leipzig & umgebung.

leipzig, mein leipzig, lob ich mir (angelehnt an goethe).

Schwebezustände oder Von Präsenz und Stille

 

In letzter Zeit habe ich nicht oft geschrieben - viel zu oft war ich zu sehr in Gedanken, war ich zu sehr im Außen.

Orte der Ruhe zu finden ist gerade eine Herausforderung; für einmal jedoch nicht, weil ich es mir zeitlich nicht einrichten könnte, sondern weil es in mir als Spiegel des Außen so laut ist, dass ich im Außen Stille und die Absenz anderer Präsenzen brauche.

So wie hier im Zug, wo ich gerade den Stift aufs Papier setze.

Klar, hier sind auch Menschen. Aber viele befinden sich in einem Schwebezustand zwischen Aufbruch und Ankommen.

In meinem Stadtalltag sind gefühlt immer und überall Menschen - ich spüre ihre Präsenz selbst wenn ich die Fenster schließe und versuche, mich von ihnen abzuschotten.

Emotionen über Emotionen, sodass ich auch auf der Straße angefangen habe, mir entgegenkommende Menschen auf der Straße zu ignorieren, mich emotional zu verschließen und von ihnen abzuwenden. Das finde ich persönlich absolut tragisch, da ich mich als ein sehr weltoffener und den Menschen zugewandter Mensch verstehe und die Vereinzelung des städtischen Lebens aus soziologischer und psychologischer Sicht nicht gutheiße, aber manchmal ist es einfach zu viel und ich weiß mir nicht anders zu helfen, mein Inneres vor diesem überladenen Außen zu schützen.

Hier, im Zug, unterwegs, ist die Präsenz der Leute - natürlich nicht immer, aber oft - eine andere; in diesem „Zwischen“ sind sie oft nicht in ihrer vollen Präsenz anwesend und leiser in ihren Emotionen. Hier ist alles gedämpft - die Erwartungen sind gedanklich schon beim Kommenden oder noch im Vergangenen verhangen.

Deswegen geht schreiben im Zug ziemlich gut.

Ein guter Zeitpunkt also sich genau darüber Gedanken zu machen und sie festzuhalten. Weil ich mein Innen in diesem etwas leiseren Schwebezustand besser hören und unterscheiden kann, welche Gefühle die meinen sind, ohne mich dabei ein- und abkapseln zu müssen.

 

Leipzig - mein Leipzig-, Du bist wunderschön, aber manchmal auch ganz schön laut.

 

© anaïs-madlaina büchl

 

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